Grüne Stadt im Süden Leipzigs – viele Parks, schöne Wohngrundstücke. Dem könnte man heute schon zustimmen, gäbe es nicht auch enormen Entwicklungsbedarf gerade bei den vorhandenen Parkflächen.
In den letzten 70 Jahren musste Markkleeberg und sein Umfeld viel miterleben: Braunkohleabbau und Flussbegradigungen, Straßenbau, Umweltverschmutzung, Entstehung und Vergehen eines Ausstellungsgeländes.
In den letzten 20 Jahren wurden Gewerbe- und Siedlungsgebiete entwickelt, entstanden aus Braunkohlerestlöchern neue Seen mit Freizeit- und Erholungsangeboten.
Seinen Stadtkern konnte Markkleeberg bisher noch nicht richtig entwickeln. Die Rathausstraße lässt sich nur schwer mit Geschäften beleben. Unweit des Rathauses befinden sich Brachflächen, leer stehende Verwaltungsbaracken und Garagenhöfe.
Der Kernbereich von Markkleeberg-Ost um die Auenkirche liegt versteckt abseits, unweit davon befinden sich marode Hallen des ehemaligen Ausstellungsgeländes.
Zwischen diesen Bereichen liegen Brachflächen. Hier wurden zwar die ungenutzten Gebäude, Stallungen und Gewächshäuser bereits abgerissen, aber es gab bisher keine Chance, diese Flächen zu entwickeln, da die Grundmauern im Boden verblieben.
Mit einer Landesgartenschau 2015 besteht die Chance, zwischen den genannten Kernbereichen eine neue Ost-West-Verbindung über ein attraktives neues Parkgelände aufzubauen. Dieses Gelände ist gleichzeitig Kreuzungspunkt der immer mehr an Bedeutung gewinnenden Nord-Süd-Achse von Leipzig zum Markkleeberger See. Der ebenfalls in dieser Richtung liegende regionale Grünzug weist ebenfalls erheblichen Entwicklungsbedarf aus.
Der agra-Park mit seinen Markkleeberger und Leipziger Parkteilen soll durch die Tieferlegung der Bundesstraße 2 wieder zu einem gesamt erlebbaren Erholungsraum werden. Damit können auch in beiden Parkteilen die wichtigsten denkmalpflegerischen Ziele umgesetzt werden.
Die Entwicklungsziele für die südlich des Parks gelegenen Brachflächen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Entstehung neuer Parkteile mit abwechslungsreichen Biotopstrukturen und interessanten Landschaftsräumen
- harmonische Verbindung mit den historischen Parkteilen
- Erhöhung der Aufenthaltsqualität, Verbesserung von Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer, Beachtung der Barrierefreiheit
- vielfältige Spiel-, Erholungs- und Bildungsangebote für alle Altersgruppen
- Schaffung touristischer Ziele
In Markkleeberg-Ost soll im Bereich der ehemaligen Hallen der Wohnungsstandort an der Alten Fischerei behutsam ergänzt werden, weiterhin sind Flächen für sportliche Betätigung vorgesehen.
Im Rathausumfeld soll unter Wiederherstellung und Ausbau des alten Walgrabens eine Wasseranbindung von der Pleiße bis zum Anleger Oetzsch einen neuen Wohnstandort am Wasser ermöglichen. Rathausplatz und Raschwitzer Straße erlangen neue Bedeutung. Der Festanger geht nahtlos in den Parkbereich über.
Das Konzept ist prädestiniert, allen Anforderungen an einen Standort für eine Landesgartenschau 2015 (gemäß Auslobung vom 13. April 2010) gerecht zu werden. Eine hohe Besucherzahl ist dank bester ÖPNV-Anbindungen fast schon garantiert. Dazu kommt die ideale Anbindung des Ausstellungsgeländes an den Straßen gebundenen Verkehr über A 38, B 2 und S 46, die ebenfalls nochmals eine hohe Besucherzahl erwarten lässt.
