Südraum Leipzig

Der Reichtum an Braunkohle, die industrielle Entwicklung mit einem steigenden Energiebedarf und das Erfordernis der Selbstversorgung mit Energie und Grundstoffen forcierten den Abbau der Braunkohle seit den 1950er Jahren. Effektivste Abbaumethode war dabei der Tagebau. Um die immer größer werdende Technik und die größeren Abbautiefen ermöglichen zu können, musste großräumig abgebaut werden. Damit verschwanden Ortschaften, Parks, Felder und Wälder samt verbundenen Straßen und Gräben. Über große Förderbrücken wurde das im Vortrieb abgebaute Material nach „hinten“ transportiert, aufgeschüttet, eingeebnet und nach und nach wieder einer land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung zugeführt. Wichtige Versorgungstrassen wie Eisenbahnstrecken, Fernverkehrsstraßen und größere Flussläufe blieben vor einer zumindest teilweisen Umverlegung nicht verschont. Für das agra-Gelände ist dies relevant, weil die alte Fernverkehrstrasse 2 von Hof über Gera nach Leipzig vom Braunkohlebergbau zwischen Zwenkau und Markkleeberg-Zöbigker sowie die Fernverkehrsstraße 95 von Chemnitz nach Leipzig zwischen Espenhain und Markkleeberg-Auenhain davon betroffen waren. Beide wurden über ausgekohlte Kippenflächen zusammengeführt und parallel zum erhaltenen Erschließungsstrang von Zwickau und Altenburg in den Süden von Leipzig eingebunden. Die Trasse wurde durch den agra-Park und den südlichen Auwald Leipzig vollkommen neu konzipiert. Gleichzeitig wurde auch die Pleiße in das Band eingeordnet und durch Begradigung enorm verkürzt.

Damit wurden gravierende Veränderungen im agra-Park vorgenommen:

  • Verlust von Flächen und Biotopstrukturen
  • Aufbau neuer Wegebeziehungen
  • Umbau des Wehrkessels des alten Pleiße-Wehres zum Teich
  • der Rest des alten Pleißelaufs wird zugeschüttet
  • Neubau der Straße (sie zerschneidet den Park, zum Teil als • Damm, im Kernbereich als Hochstraße)
  • erhebliche Umgestaltungsmaßnahmen im Park (z.B. Teichveränderung)